„Digital first“: Ergebnisse aus dem Lenkungsbeirat VLB-TIX

„Die digitale Vorschau geht in den Lead“, so eine zentrale Botschaft aus dem Lenkungsbeirat VLB-TIX, der am 14. Januar in Frankfurt tagte. Buchhändler und Verlage stellen ihre Prozesse auf die digitale Vorschau um.

Ein Teil der Teilnehmer beim Lenkungsbeirat VLB-TIX

Der Beirat, der zum zweiten Mal tagte, begleitet die Weiterentwicklung VLB-TIX und berät das Team zur weiteren strategischen Ausrichtung. Im Vordergrund stehen aktuelle und künftige Nutzungsszenarien aus Kundensicht sowie Vorschläge zur Priorisierung der weiteren Entwicklungsschritte. Vertreten waren Buchhandlungen, Verlage, ein Vertriebsbüro sowie eine Vertreterin des Zwischenbuchhandels. Zwei Vertreter mussten leider kurzfristig absagen.

Mit nunmehr über 12.400 Nutzern, einem Wachstum von fast 40 Prozent zum Vorjahr, hat sich VLB-TIX als zentrales Arbeitsmittel in der Branche etabliert. „Wir sind auf gutem Weg. Die vergangene Vorschaurunde mit VLB-TIX hat so gut funktioniert wie nie zuvor“, berichtete Daniela Oettl, Prozessmanagerin Novitäteneinkauf & VLB-TIX bei Hugendubel.

Bei vielen Verlagen richtet sich die Digitalvorschau nicht mehr nach Print, sondern umgekehrt: Die Datenausstattung und Produktion der Digitalvorschau gibt den Ton an und bestimmt die Prozesse, Print wird daraus abgeleitet. 2019 wird hier als Jahr gesehen, in dem diese Umstellung immer mehr zur Normalität wird.


Vorschau als Prozess

Mit der Fokussierung auf die Digitalvorschau ändern sich auch Routinen: Die Vorschau wird (auch) zum Prozess – im Gegensatz zur zweimal im Jahr erscheinenden traditionellen Vorschau. Bereits jetzt veröffentlichen Verlage Monatsvorschauen oder thematische Vorschauen, die den halbjährlichen Rhythmus durchbrechen.
Weitergedacht wird die Vorschau ein rollierendes System: Der Verlag definiert eine „Hülle“ statt ein festes Titelset, etwa „alle Titel, die im nächsten Monat im Piper Verlag erscheinen“. Damit findet der Nutzer in VLB-TIX eine stets aktuelle Vorschau der nächsten Wochen oder Monate eines Verlags.

In die gleiche Richtung ging der Wunsch vieler Teilnehmer, Suchen abonnierbar zu machen. Damit könnten Buchhändler und andere Nutzer in VLB-TIX Neuerscheinungen zu einer bestimmten Warengruppe oder einem THEMA-Gebiet abonnieren und diese in einem persönlichen Feed auf VLB-TIX anzeigen lassen oder als E-Mail-Alert zugeschickt bekommen.

Trotz aller Ideen: Als sehr wichtig wurde in der Runde auch gesehen, dass VLB-TIX für alle Nutzer – Einsteiger und Fortgeschrittene, attraktiv sein muss. Neue Features dürften nicht zur Hemmschwelle für Neueinsteiger werden. „Ein großer Teil der Nutzer will einfach und schnell möglichst alle Vorschauen analog zur Printvorschau finden und darin stöbern“ merkte Daniel Lager, Bücherstuben Hamburg, an.


Neue Themenspecials

Sandra Schüssel vom VLB-TIX-Team gab Einblicke in die neuen Themen-, Reihen- und Autorenspecials sowie Büchertische, die aktuell bei VLB-TIX entwickelt werden. Mehr Emotionalität, mehr Fokus auf thematische Entdeckungen – so die Intention hinter dem neuen Angebot, das in der nächsten Zeit in VLB-TIX verfügbar sein wird. Ein Autor kann mit visueller Bühne und allen seinen Titel, Events und Marketingmaterialien präsentiert werden. Farbige Hintergründe machen die Seite zum individuellen Markenauftritt. Neue Vermarktungschancen ergeben sich auch, wenn Verlage sich zu einem Thema zusammentun und ein gemeinsames Themenspecial erstellen. Gezeigt wurde ein Beispiel eines Belletristik-Verlags und eines Ratgeberverlags, die Bücher zum Thema Weltfrauentag präsentieren. Ein Themenkalender mit festen Jahresthemen (Ostern, Schulanfang, Weihnachten, Jubiläen etc.) und die Möglichkeit, Verlagen oder Buchhandlungen als Kuratoren eines Specials/Büchertischs zu folgen, ergänzen das neue Angebot.

Weitere Themen, die von beiden Seiten, Verlagen und Buchhändlern, als sehr wichtig eingestuft wurden:

•    Performance und Stabilität: Ladezeiten weiter optimieren, Spitzenzeiten in der Nutzung abfedern (Anmerkung VLB-TIX: Ein erster Teil der Optimierungen ging am 15.1 live).
•    Akzeptanz im Buchhandel und bei Vertretern weiter stärken, „Mind Change“ erzeugen, so dass man möglichst rasch aus dem Zwischenstadium kommt, in dem es die Printvorschau neben der Digitalvorschau gibt. Der Doppelaufwand ist schlecht über lange Sicht leistbar.
•    Ausbau der THEMA-Klassifikation
•    Mehr Standards bei Schnittstellen, so dass Daten VLB-TIX möglichst automatisiert ein- und ausgespielt werden können. Hier sind bereits Workshops mit Vertretersoftware- und Warenwirtschaftssystemanbietern in Planung.

Für die Buchhändler war außerdem relevant: die Einbindung von Nonbooks, teilbare Merklisten, bidirektionale Schnittstellen Warenwirtschaftssysteme sowie das Teilen von Bestellvorschlägen direkt in VLB-TIX mit dem Vertreter.

 

Lenkungsbeirat VLB-TIX

Wohl mit keinem anderen Produkt steht die MVB so intensiv mit unseren Partnern und Kunden im Gespräch wie mit VLB-TIX. Mittlerweile gibt es sieben VLB-TIX-Stammtische, genauso wie eine Vielzahl von Veranstaltungen und Schulungen. Gleichwohl bietet der Lenkungsbeirat Gelegenheit, die längerfristige strategische Perspektive in den Blick zu nehmen. Bei der Auswahl der Teilnehmer hat das Team von VLB-TIX darauf geachtet, möglichst alle Nutzergruppen zu berücksichtigen. Alle Teilnehmer sind aktive Keykunden oder Partner von VLB-TIX.


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